Senioren: Kirchweihfahrt am 16.10.2019

Bei schönem Herbstwetter machte sich die Reisegruppe der Senioren von St. Konrad auf den Weg nach Moosbach.
In der bekannten Wieskirche »Zum gegeißelten Heiland« begrüßte Pfarrer Josef Most die Gäste und berichtete ausführlich über die Entstehung der Wallfahrtskirche. Im Jahre 1746 reiste Elisabeth Hüttner aus Moosbach zur Wieskirche nach Steingaden in Oberbayern und brachte von dort die nachgemachte Figur vom gegeißelten Heiland nach Hause. In einer Kapelle, in der Nähe der heutigen Wieskirche, wurde das Bildnis aufgestellt und immer mehr Gläubige besuchten den Ort. Bald wurde jedoch die Kapelle zu klein und man entschloss sich, eine Kirche zu bauen, in der alle Gläubigen Platz finden konnten. Nach 4 Jahren Bauzeit wurde 1752 die prachtvoll im Barock- und Rokokostil ausgestattete Kirche eingeweiht. Pfarrer Most verwies auf das Herzstück im Kirchenraum, den Hochaltar mit der Kreuzigungsgruppe und der Figur des gegeißelten Heilands auf dem Tabernakel. Beachtenswert waren auch die barocke Kanzel und die Beichtstühle, die Seitenaltäre mit Bildnissen der Hl. Ottilia und Hl. Klara und die im Originalzustand erhaltenen Kirchenbänke, auf denen die Senioren während der Besichtigung Platz genommen hatten. Bis aus Böhmen, Prag und Wien kamen die Pilger und die hinten in der Kirche angebrachten Votivtafeln zeigten die Anliegen, in welchen die Menschen hierher kamen. Eine kurze Andacht mit Gebeten und Liedern, zusammen mit dem Geistlichen, schloss sich der Führung an.
Durch die bunte Oberpfälzer Herbstlandschaft ging es im Bus weiter nach Saubersrieth zum Gasthof Goldenes Kreuz. Hier waren für die Ausflügler Kaffee, guter Kirchweihkuchen und Kücheln vorbereitet. Letzter Programmpunkt war die Besichtigung des Kommunbrauhauses in Eslarn. Daniel Biermeier erwartete bereits die Ausflügler im Kommunbrauhaus in der Brennerstraße. In Eslarn hat das Brauen des Zoiglbieres, das hier »Rebhuhnzoigl« genannt wird, lange Tradition. Seit dem 16. Jahrhundert, erklärte Herr Biermeier, gab es ein Brauhaus in Eslarn. Das heutige Kommunbrauhaus wurde um 1900 gebaut und nur wer genügend Kellerräume zu Hause vorweisen konnte, bekam das Baurecht in Eslarn und durfte im bürgerlichen Brauhaus sein Bier brauen. Dieses Braurecht wurde seinerzeit sogar ins Grundbuch eingetragen. Warum das Zoiglbier in Eslarn »Rebhuhnzoigl« heißt, fragte Daniel Biermeier die interessierten Besucher. Die alten Getreidesorten Dinkel, Emmer und Einkorn werden bei Tännesberg auf den Äckern angebaut und im Eslarner Kommunbrauhaus verarbeitet. Dieses Getreide bietet dem heute stark gefährdeten Rebhuhn gute Lebensbedingungen. Genügend Zeit blieb noch zum Bestaunen der alten Geräte und Ausstellungsstücke u.a.wie Körnermühle, Waage und Bierfass, die früher zur Herstellung des Zoigls verwendet wurden. Die Senioren freuten sich über eine Zoiglbier-Kostprobe am Ende der Besichtigung. In der urigen »Zoiglstum beim Strehern« in Eslarn ließ man bei Bier, deftigen Brotzeiten und fröhlichem Zusammensein die Kirchweihfahrt ausklingen.




Text + Bilder: Gaby Narozny
30. Oktober 2019